Very british und sehr unterhaltsam

Isabel Bogdan kannte ich bisher vor allem als Bloggerin und Übersetzerin (unter von Jonathan Safran Foer, Jasper Fforde und aktuell für die beiden ersten Bände der „Old Filth“-Trilogie von Jane Gardam. Sehr viel Freude hat mir allerdings auch ihr Buch „Sachen machen“ bereitet, in dem Bogdan ein Jahr lang lauter eher ungewöhnliche Dinge ausprobiert hat. Jetzt hat Bogdan mit „Der Pfau“ ihr Romandebüt vorgelegt. Weiterlesen

Viel mehr als nur „Nazi-Jäger“ und eine Ohrfeige

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Viel mehr als nur ein Erinnerungsband …

Es ist ein dickleibiges Buch geworden: Mehr als 600 Seiten umfassen die Erinnerungen, die Beate und Serge Klarsfeld gemeinsam geschrieben und herausgegeben haben. Trotz seines Umfangs liest es sich jedoch ausgesprochen spannend. Es ist viel mehr als ein reiner Erinnerungsband, es ist ein echtes Zeitdokument, das über mehr als sechs Jahrzehnte Aufarbeitung der nationalsozialistischen Diktatur und Vichy-Frankreichs berichtet und das zugleich einen einzigartigen Einblick in die Entstehung der europäischen Nachkriegsordnung gestattet. Weiterlesen

12 von 12 – die Zweite

Das Märzbuch war eine Empfehlung einer Buchhändlerin, die mit großer Begeisterung von „ihrem“ Buch sprach. Das hat mich neugierig gemacht und eines kann ich vorneweg sagen: Es hat sich gelohnt.

Heiraten ohne den Partner oder die Partnerin zu kennen, geschweige denn ihn oder sie berührt zu haben. Eine völlig absurde Vorstellung. In ihrem Buch „Die Hochzeit der Chani Kaufmann“ beschreibt die Autorin Eve Harris eine solche Verbindung: Die 19jährige Chani Kaufmann und der angehende Rabbiner Baruch Levy, die beide in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London leben, werden heiraten. Doch so einfach ist es nicht: Viele Regeln müssen befolgt werden, um ein gottgefälliges Leben führen zu können und Chani und ihr zukünftiger Mann müssen erst einmal herausfinden, was Ehe und Glück überhaupt bedeuten. Ob sie gemeinsam glücklich werden können, hängt von vielen Faktoren ab. Immerhin sind sie schon vier Mal gemeinsam ausgegangen. Chani stammt aus einer nicht sehr wohlhabenden, traditionellen Familie und hat noch sieben Schwestern, sie ist nicht nur hübsch und intelligent, sie hat auch ganz eigene Vorstellungen von ihrer Zukunft. All das verbessert ihre Aussichten auf dem hart umkämpften jüdisch-orthodoxen Heiratsmarkt nicht gerade. Und ob Baruch, der aus einer wohlhabenden Familie stammt, die nicht gerade glücklich darüber ist, dass sich ihr Sohn gerade zu Chani hingezogen fühlt, der Richtige ist, steht noch längst nicht fest.

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Auf Reisen mit dem Tod

Ein weiteres Buch, das zwar nicht aus meiner monatlichen 12-von 12-Geburtstags-Flatrate stammt, das aber auch ein Geburtstagsgeschenk war: Thees Uhlmanns Roman „Sophia, der Tod und ich“. Nach Sven Regner (Element of Crime) betritt mit Thees Uhlmann (Tomte) ein weiterer Musiker aus der lakonisch-norddeutsch geprägten Szene literarisches Terrain. Die Idee seines Buches: Es klingelt an der Tür des Protagonisten, eines melancholischen Enddreißigers, der sich mit seinen gescheiterten Beziehungen weitgehend abgefunden hat. Draußen steht ein Mann, der behauptet, er sei der Tod und der ihm mitteilt, dass ihm nun noch maximal drei Minuten bleiben, um mit seinem Leben abzuschließen. Aber mit dem Sterben läuft es in diesem Fall dann doch ganz anders als geplant. Sehr schnell finden sich der Tod und der Protagonist gemeinsam mit der Ex-Freundin des Letzteren bei schlechten Witzen in einer Kneipe wieder.

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