Über den anwesenden abwesenden Vater

Konstantin Boggosch, die 1945 geborene Hauptfigur von Christoph Heins Roman „Glückskind mit Vater”, hat seinen Vater, der als Kriegsverbrecher in Polen hingerichtet wurde, nie kennen gelernt. Trotzdem überschattet der nicht anwesende, unbekannte Vater Boggoschs Leben, er lässt ihn nie los, so sehr er auch versucht, die Erinnerung zu verdrängen und zu verweigern.

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Märchenhaft, multiperspektivisch und vielschichtig

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Ob das von mir fotografierte säulenähnliche Grünobjekt tatsächlich ein Machandelbaum (vulgo: Wacholder) ist, möchte ich nicht beschwören. Aber in Verbindung mit dem blühenden Flieder ist er auf jeden Fall hübsch …

„Alles, was geschehen kann, ist auch in Machandel geschehen.“

Ein gutes Motto für einen Roman, der über vierzig Jahre Geschichte und Geschichten erzählt. Machandel – das ist der Titel von Regina Scheers Roman, den ich eigentlich schon lange lesen wollte. Mich fasziniert die Frage des Erinnerns und das Nachdenken darüber, wie verdrängte und verschwiegene Erinnerungen das Weiterleben beeinflussen. Und genau diese Fragen stellt sich auch Regina Scheer in ihrem Roman „Machandel“, in dem sie einen Familiengeschichten-Bogen von den 1930er Jahren bis in die 1990er Jahre spannt.

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