Die Last des Gewissens

Den russischen Komponisten Dmitrij Schostakowitsch hat der britische Schriftsteller Julian Barnes in den Mittelpunkt seines Romans „Der Lärm der Zeit“ gestellt. Im inneren Monolog resümiert Schostakowitsch sein Leben in der Sowjetunion. Alle zwölf Jahre – immer in Schaltjahren – sieht sich der Komponist in besonderer Weise mit der Staatsmacht konfrontiert sieht: Die Ereignisse der Jahre 1936, 1948, 1960 und 1972 dienen Barnes als Einschnitt und Erzählanlass, in denen er seinen Protagonisten zurückblicken und über sein Leben reflektieren lässt.

Im Mittelpunkt stehen dabei weniger äußere Ereignisse, als die großen Fragen zu Gewissen und Macht, Angst, Feigheit und Verrat. Damit ist Barnes‘ Buch nicht nur ein einfühlsam geschriebener Künstlerroman, sondern viel mehr.

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Freiheit als Geschenk und Aufgabe

„Unsere Freiheit ist sowohl ein Geschenk als auch eine Aufgabe, an der wir ständig arbeiten müssen – obwohl wir letztendlich doch zum Scheitern verurteilt sind. Unsere Ambitionen und unsere Wünsche sind meist höher gesteckt als das, was wir im Leben erreichen können.“

Schon das letzte Buch von Carlo Strenger habe ich mit großem Gewinn gelesen. Genauso ging es mir jetzt mit seinem Essay „Abenteuer Freiheit“, für dessen Lektüre ich den glücklichen Umstand eines komplett freuen Urlaubstages nutzen konnte.

Was ist eigentlich das, was unsere Freiheit ausmacht und was sie gerade jetzt, im Zeitalter von Populismus und Fundamentalismus so wertvoll macht? Ist es die „Freiheit von“ oder vielleicht doch die „Freiheit zu“? Ist Freiheit etwas, auf das wir ein Anrecht haben? Oder müssen wir sie uns vielleicht doch hart erarbeiten? Was macht das Gestalten von Freiheit so schwierig und woher kommt die Furcht vor ihr, die vor allem in allen Fundamentalismen deutlich spürbar wird? Und reicht es wirklich, dem schönen Schein nachzugehen und die Freiheit vor allem zum hemmungslosen Konsum und zur Selbstoptimierung zu nutzen?

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